Lobpreisung des Patanjali

von Ronny Elksnat

Patanjali, wie er die im Institut in Pune Übenden beobachtet
Patanjali, wie er die im Institut
in Pune Übenden beobachtet

 


yogena cittasya padena vacam
malam sarirasya ca vaidyakena
yopakarottam pravaram muninam
patanjalim prajaliranato'smi
abahu purusakaram
sankha cakrasi dharinam
sahasra sirasam svetam
pranamami patanjalim

Den meisten, die Yoga im Sinne von B.K.S. Iyengar betreiben, wird der Lobpreis auf Patanjali schon begegnet sein. Der ehrwürdige Iyengar selbst pflegt dieses "Gebet" an den Anfang seiner Unterrichtseinheiten zu stellen und manche der von ihm autorisierten Ausbilder haben diese Gewohnheit aufgegriffen.

Desgleichen verfahren übrigens auch bedeutende Lehrer beispielsweise der Desikachar-Schule, deren Begegnung mit dem Yoga ja ebenso wie Iyengars auf Sriman T. Krishnamacharya (der Vater von T.K.V Desikachar) zurückgeht. Ausgangspunkt für die Etablierung dieses Ritus ist die Tradition des Yoga, die an den Anfang der üblichen Unterweisung im Yoga durch den Guru einen Dank und die Ehrerweisung an den Lehrer vorsieht.

B.K.S. Iyengar nun hat es stets vorgezogen, nicht sein eigenes Werk durch seine Schüler implizit preisen zu lassen, sondern, an dessen Stelle das Vermächtnis des großen historischen (fast schon mythischen) Vordenkers des Yoga, Patanjali ins Bewußtsein der Übenden zu rufen.

Meines Erachtens eine zeitgemäße, würdige und ehrenhafte Entscheidung.

Um dieser Tradition zu einer angemessenen Verbreitung zu verhelfen hier nun der Text des Lobpreis auf Patanjali der in den deutschsprachigen Ausgaben der Werke von B.K.S. Iyengar bisher leider nicht auftaucht.

Der Inhalt:

(eine sinngemäße, nicht wortgetreue Wiedergabe in Anlehnung an die Übertragung des Textes ins Englische durch Guruji)

"Verneigen wir uns vor Patanjali, dem edelsten unter den Weisen (der Vorzeit) der uns Yoga gab für Klarheit und Reinheit des Geistes, Grammatik für Glanz und Lauterkeit der Sprache und Medizin (ayurveda) zur Vervollkommnung der Gesundheit.
 
Knien wir nieder vor Patanjali, einer Inkarnation von Adisesa (Schlangengottheit und Ruhesitz von Visnu vor der Erschaffung der Welten); dessen oberer Teil des Körpers menschliche Gestalt hat (der untere Teil ist der einer Schlange), dessen Hände eine Muschel und eine Wurfscheibe halten und der von einer tausendkopfigen Kobra gekrönt ist."

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