Yogakursförderung ade, oder kommt etwas Neues?

von Ralf S. Schütt

Seit der Einrichtung der Arbeitsgemeinschaft "Krankenkassen" auf dem Jahrestreffen der IYVD in Springe 96 hat Gesundheitsminister Seehofer das Gesundheitsgesetz einschneidend verändert.
So ist die Änderung der gesetzlichen Krankenversicherung seit dem 1. Januar 1997 in Kraft; d.h. die Streichung des §20 SGB V (5. Sozialgesetzbuches) Gesundheitsförderung beschlossen.
In meinen Yogakursen schlugen die Wellen der bevorstehenden Abschaffung der Yogakursbezuschussung seitens der Krankenkassen ziemlich hoch. Zur Zeit sind diese Diskussionen jedoch abgeflacht, trotzdem noch nicht ad acta gelegt.
Hier für uns Yogalehrer/innen noch einmal die gravierendste Änderung:
"Änderungen in der gesetzlichen Krankenversicherung ab l. Januar 1997 durch das Beitragsentlastungsgesetz:
Im Rahmen des Programms für mehr Wachstum und Beschäftigung wurde für die gesetzliche Krankenversicherung das Beitragsentlastungsgesetz beschlossen, das am 1. Januar 1997 in Kraft getreten ist. Für die Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung enthält das Gesetz folgende Änderungen:
Gesundheitsförderung
Die Gesundheitsförderung wird begrenzt auf die medizinisch bedeutsamen Bereiche, wie z.B. Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen bei Schwangerschaft, Kindern und Krebs, Gesundheits-check-up, zahnmedizinische Prophylaxe sowie Schutzimpfungen. Selbsthilfegruppen können weiter von den Krankenkassen finanziert werden. Die Voraussetzungen dafür wurden präzisiert."
(Auszug aus einer Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit)
Yogakurse werden also seit dem 01.01.97 nicht mehr von den gesetzlichen Krankenkassen gefördert.
Sind die Yogakurse jetzt leer? Sicher nicht.
In meinen Kursen halten sich Abgang - und Neuzugang von Kursteilnehmern die Waage.
Diejenigen, die aus den Kursen wegen Nichtbezuschussung ausschieden, waren auch nicht sonderlich motiviert zu üben.
In München z.B. sind von 7 BARMER Yogakursen im Studio für Iyengar-Yoga nach einer einmaligen Übergangsermäßigung der Kursgebühren zunächst 6 Kurse praktisch vollbelegt weitergelaufen.
Ich denke, entscheidend für den Verbleib der Teilnehmer/innen in den Kursen ist die Qualität des Unterrichtes, sowie die Sympathie zum Lehrer/in.
Es wird sicherlich eine neue Art der Förderung in absehbarer Zukunft geben.
Momentan wird von der CDU/CSU/FDP Koalition das 2. GKV Neuordnungsgesetz vorbereitet, das laut Pressestelle des Gesundheitsministeriums, den Krankenkassen wieder ermöglichen soll. Kosten für Yogakurse übernehmen zu dürfen. Deren Finanzierung müsse jedoch allein über einen gesonderten Beitrag von den Versicherten erfolgen, der Arbeitgeberpflichtteil dürfe dafür nicht verwendet werden. Die Verabschiedung dieses Gesetzes ist für Mitte dieses Jahres geplant.
Offen bleibt dann natürlich, ob und wie die Gesetzlichen Krankenkassen von diesem Gesetz Gebrauch nehmen würden, da dies einen erheblichen Verwaltungsaufwand für eine Minderheit der Versicherten bedeuten würde, (1996 haben ca. nur 3-8% der Versicherten das Präventionsangebot der Kassen genutzt).
So schrieb mir die TK Braunschweig in Ihrer Vertragskündigung wörtlich:
"Wir hoffen auf ein Einlenken des Bundes - Gesundheitsministers.
Als "Präventionär" bleiben wir trotz der prekären Lage optimistisch und suchen Wege, die ein Fortführen der Idee in modifizierter Form ermöglichen."
Für Yogakursteilnehmer die finanziell schwächer gestellt sind, empfiehlt es sich, die Kursgebühr zu reduzieren. Auch die Möglichkeit, die Yogakursteilnahme steuerlich abzusetzen z.B. als Sonderausgaben (Berufsausbildung oder Weiterbildung in einem nicht ausgeübten Beruf [§ 10 Abs. l Ziff. 7 EStG], im Kalenderjahr bis zu 900 DM, bei auswärtiger Unterbringung Erhöhung auf 1.200 DM. Das gilt nicht für hauswirtschaftliche Aus- und Weiterbildung.)
Als Ansprechpartner für die Arbeitsgruppe Krankenkassen (wir sollten diese vielleicht in AG Gesundheit umbenennen), würde ich mich über Eure Erfahrungen nach der Änderung des SGB 5 freuen. Seit dem Treffen in Springe erhielt ich leider nur zwei Zuschriften über Erfahrungen mit Krankenkassen.
Auf dem kommenden Jahrestreffen der IYVD im Saarland im Mai wird es dann wieder ein weiteres Treffen der AG Krankenkassen geben. Das Thema würde ich unter dem obenstehenden Motto "Yogakursförderung ade, oder kommt etwas Neues?" setzen. Ich hoffe, bis dahin viele Zuschriften von Euch erhalten zu haben.

Liebe Grüße

Ralf


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