Yoga und Krankenkassen: Neuordnung der Gesetzlichen Krankenversicherung

von Hermann Traitteur

Nach der völligen Streichung von gesundheitsfördernden Maßnahmen durch die Bundesregierung, also der Streichung des § 20 SGB zum ersten Januar 1997 (s. Abhyasa 4 und 5), gibt es eine neue rechtliche Grundlage, nach der theoretisch Yogakurse wieder von den Gesetzlichen Krankenkassen unterstützt werden dürfen. Anfang Juli diesen Jahres wurde das 2. NOG (Neuordnungsgesetz) verabschiedet. Im 5. Buch, 6. Abschnitt heißt es unter der Überschrift Gestaltungsleistungen im §56 Absatz 2 .
Die Krankenkasse kann in ihrer Satzung kraft oder auf Grund Gesetzes oder Satzung ausgeschlossene Leistungen vorsehen. .....
im 4. Absatz heißt es:
die kostendeckenden Beiträge für die Leistungen nach den Absätzen 1 und 2 sind von den Mitgliedern zu fragen; eine Pauschalisierung ist zulässig. Diese Beiträge sind nicht Bestandteil des Gesamtsozialversicherungsbeitrag. Die Leistungen sind satzungsgemäße Mehrleistungen.
Die Gesetzlichen Krankenkassen dürfen also jetzt theoretisch wieder die Anfang diesen Jahres ausgeschlossenen Leistungen in ihre Satzungen aufnehmen, es gibt wieder eine gesetzliche Grundlage auf der gesundheitsfördernde Maßnahmen wie z.B.: Yogakurse finanziert werden dürfen. Die Gesetzlichen Kassen müssen aber dazu ihre Satzung verändern und zur Finanzierung einen gesonderten Beitrag von den Versicherten einziehen. Der Arbeitgeberpflichtteil darf dafür nicht verwendet werden.

Um mir ein Bild zu machen, wie die großen Gesetzlichen Krankenkassen auf diese neue Gesetzesänderung reagieren, habe ich mich direkt an deren Hauptverwaltungen gewandt.
In einem Gespräch mit Herrn Maltig, zuständig für den Bereich Gesundheitsförderung der Techniker Krankenkasse, wurde deutlich, daß die TK momentan keine Satzungsänderung vorsieht, sie wolle zur Zeit keine Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge wie z.B. Yogakurse bezuschussen, die Lösung von anderen, dringenderen Problemen stehe nach der Gesundheitsreform für die TK im Vordergrund. Herr Schütte von der Barmer meinte, daß bei ihnen noch alles offen sei; er wies jedoch daraufhin, daß die dann notwendige Erhebung von zusätzlichen Beiträgen erhebliche Verwaltungskosten nach sich ziehe. Am optimistischsten war das Gespräch mit Herrn Brückl von der AOK; er meinte, daß zwar noch keine klaren Entscheidungen bezüglich einer Satzungsänderung gefallen seien, aber insgesamt bestehe bei den Verantwortlichen eine positive Haltung, gesundheitsfördernde Maßnahmen weiter zu unterstützen.

In dieser momentan noch sehr offenen Situation, bemühen wir uns als Vertreter der IYVD den Kontakt und das Gespräch mit den Gesetzlichen Kassen weiter zu pflegen, immer wieder persönlich nachfragen und auf den hohen gesundheitsfördernden Wert von Yoga nach Iyengar aufmerksam zu machen.


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