Guruji in Manchester
11./12. November 1997

von Birgit Andrews

1997 feierte das 'Manchester and District Institute of Iyengar Yoga' (M.D.I.I.Y.) ihr 25 jähriges Bestehen, das "Silver Jubilee". Als besonderer Ehrengast kam Guruji, auch Präsident des M.D.I.I.Y. am 11. November zu einem Vortrag in die "University of Manchester" und am 12. November zur Pujja und zu einem umfangreichen Unterhaltungsprogramm ins Institut selbst.

Dienstag, 11. November

Tricia Booth, nun nach Bill Bowen und Jeanne Maslen, Vorsitzende des M.D.I.I.Y., begrüßte Guruji und die zahlreichen Gäste aus dem In- und Ausland, um dann Guruji die Möglichkeit zu geben, ein paar Worte an die Anwesenden zu richten. Guruji brachte darin seine glücklichen Erinnerungen an seine ersten Besuche in Großbritan-nien im Allgemeinen und in Manchester im Besonderen zum Ausdruck. Er fuhr fort mit der Aussage, daß wir heute in der Welt den Sinn für 'gute Gesundheit' weitgehend verloren zu haben scheinen. Er sprach die Hoffnung aus, daß Yogapraktizierende die Menschen, die zu Süchtigen - sei es von Alkohol oder Drogen- geworden sind, leiten mögen, um durch Yoga zum richtigen Weg zurückzufinden. Er beschrieb Yoga als Disziplin auf vielerlei Ebenen und stellte fest, daß die meisten Menschen nicht mehr an 'Disziplin' und der damit verbundenen Anstrengung, interessiert seien, sondern nur noch an "fast food". Er sprach in wenigen Sätzen die Schnelllebigkeit, die Oberflächlichkeit, aufschnelle Erfolge gerichtete Anstrengungen unserer Zeit an und ermahnte uns alle, das 'Leben' mehr ist als nur ein Rennen nach Sinnesgenüssen. Er beschrieb seinen eigenen, mit vielen Anstrengungen und Rückschlägen verbundenen Yogaweg, sein Suchen in den klassischen Yogatexten, sein Experimentieren mit dem eigenen Körper in Bezug auf Asanas und Pranayama. Er führte u.a. aus, daß wir in den Asanas vom Kopf her doch im Pranayama von der 'göttlichen Quelle', vom Herz aus arbeiten. In seiner über 60-jährigen Praxis ging es Guruji darum, das 'Feuer' in seinem Körper und Geist zu wecken, um dann dieses 'Feuer' auch in seinen Schülern zu erwecken. "Grace" (Anmut, Würde, Gnade) kann nicht auf Verlangen erreicht werden, sondern erst dann, wenn 'Göttlichkeit' sich durch ständiges, unbeirrtes Üben offenbart.

Mit unglaublicher Geduld und dem Guruji-eigenen 'Feuer' beantwortete er unzählige Fragen (ein Abdruck der Fragen und Antworten in der nächsten 'Abhyasa'). Anschließend gab es Erfrischungsgetränke und natürlich in Eng-land die typische "cup of tea", Kekse und die Möglichkeit, sich von Guruji das Programmheft signieren zu lassen und sich mit alten und neuen Freunden auszutauschen. Viele Bilder von den Iyengars und Yoga in Manchester damals und jetzt waren ausgestellt, so daß eine interessante Reise in die Vergangenheit und ins Heute unternommen werden konnte.

Mittwoch, 12. November

Der nächste Tag im Institut brachte Pujja und ein umfang- und abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm. Dazu gehörten klassische Musik auf dem Akkordeon und Keyboard gespielt von einer Yogaschülerin und deren Tochter (Joy und Emma Potter); Auszüge aus der "Ramayana" gespielt in Form von Puppen- und Schattentheater ebenfalls von einer Yogaschülerin und -lehrerin und ihrer Truppe (Diane Bayliss); ein Musik-potpourri aus verschiedenen Ländern auf Tabla und Violine (Jayne Lawrence) und klassischer indischer Tanz (Kanya Ramachandran). Nach dem Gruppenfoto wurde ein köstliches indisches Buffet serviert. Daran schloss sich das Überreichen einiger Geschenke an Guruji und an das M.D.I.I.Y. (Fotos der Rückbeugesequenz vom Titelblatt der letzten 'Abhyasa' hängen jetzt auch in Manchester) und Guruji's Abschlussworte.

Ein bleibender Eindruck dieses Zusammenkommens ist die schlichte Herzlichkeit mit der Guruji empfangen und gefeiert und der ihm gebührende Respekt gezollt wurde. Ein menschliches und daher gelungenes Fest. "Well done, M.D.I.I.Y" und alles Gute für die nächsten 25 Jahre und mehr!


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