Guruji in Manchester
(11. / 12. November1997)

von Birgit Andrews


Frage und Anwort (angekündigte Fortsetzung von Abhyasa Nr. 7)

(Die ausgeführten "Fragen" und "Antworten" sind dem Sinn nach, so wie ich sie verstanden habe,wiedergegeben. BA)

Frage: Was machte Ihre Entschlossenheit beim Üben aus, als Sie jünger waren?

Antwort: Ich hatte das Bedürfnis, die Posen nach den Abbildungen in den Büchem zu kopieren. Mein körperliches Erscheinungsbild (schwächlich, unterernährt) war keine gute Werbung für Yoga. Dennoch sollten es mir meine Schüler nachtun. Die Yogabücher waren teilweise dürftig, und ich hatte das Bestreben, es besser zu machen. Das machte meine unbeirrbare Entschlossenheit zu üben aus. Ich wollte körperliche und geistige Ausgerichtetheit ("alignment") erzielen.

Salabhasana I - Variation

Frage: Manchmal fällt es schwer, zu üben. Woher sollen wir die Kraft nehmen?

Antwort: Finde die Kraft in dir selbst. Erwecke die Intelligenz in deinem Körper durch ständiges Üben. z.B. in Sirsasana. Du stellst fest, du kannst in Sirsasana nicht atmen. Suche eine vergleichbare Übung, z.B. Prasarita Padottanasana. Beobachte den Atem und stelle fest, wo die Schwierigkeit auftaucht. Damit sind 50% von Sirsasana schon gemacht. Die Beine schmerzen, stelle fest, wo die Härte ist, wie sie verändert werden kann. Wann entsteht das schmerzlindende Gefühl, erweitere das schmerzlindende Gefühl, versuche dieses Gefühl in anderen, ähnlichen Asanas nachzuempfinden. Versuche es noch einmal an einem anderen Tag, geh zurück zur ursprünglichen Pose (Sirsasana).

Frage: Wie kann ich als Lehrer meine Schüler einen Schritt weiter führen, wenn sie ein "Plateau" erreicht haben?

Antwort: Verwende nicht "Quantität" sondern kehre zurück zur "Qualität". Kehre zurück zu "einfachen" Posen wie Tadasana. Messe die Länge der Beine, inneres/äußeres, unteres/oberes Bein. Mache das gleiche in komplizierteren Posen, z.B. Urdhva Dhanurasana. Die Augen lernen schneller als Worte. Zeige deinen Schülern! Übe mit mehr Reflektion, sieh alle Übungen im Zusammenhang. Werde ein "Zeuge" und "Handelnder". Übe mit kritischem Urteilsvermögen. Der Verstand ist der Vermittler zwischen dem externen und internen Körper, dem physischen und geistigen Körper. Lerne deine Erfahrung im Üben zu filtern, das ist der rich Rat sollte man einem Anfänger geben?

Antwort: Der Anfänger ist in einem verwirrten Verstandeszustand (in Bezug auf Yoga). Wie kann man jetzt die Verwirrung auflösen? Die Molekülmassen müssen in kleinere Atome zerteilt werden, dann kann die Intelligenz zu fließen beginnen.

Frage: Wie kann man ein Kind ermutigen?

Supta Virasana

Antwort: Begib dich auf das Niveau des Kindes. Korrigiere wenig, sonst verliert das Kind Selbstvertrauen. Kinder lieben Geschwindigkeit, stelle dich in deinem Unterricht darauf ein. Kinder nehmen leichter durch Sehen und Tun auf als durch lange Erklärungen.

© Die Kinderbilder sind von Rita Keller


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