Indische Straßenverkehrsordnung
Autor unbekannt (im Internet aufgeschnappt)

Dieser Artikel ist zur Unterhaltung gedacht. Die Straßenverkehrsordnung ist frei erfunden. Es sollte jedoch jeder, der einmal nach Indien reist, sich darüber bewußt sein, daß das Reisen auf indischen Straßen zu einem abenteuerlichen Erlebnis werden kann.
Reisen in Indien ist eine fast wahnsinnig machende Giftmischung aus Lärm, Theater und Abenteuer. Oft ist es herzzerreißend, manchmal lustig, meistens amüsant, immer unvergeßlich und, wenn man sich auf den Straßen befindet, extrem gefährlich. Die meisten indischen Straßenbenutzer beachten eine Version der Straßenverkehrsordnung, die, wie unten beschrieben, auf altertümlichen Texten beruht:

Artikel I. Allen Straßenbenützern wird der Glaube an die Unsterblichkeit abverlangt.

Artikel II. Der folgenden Rangordnung muß zu allen Zeiten Folge geleistet werden. In absteigender Reihenfolge ist folgenden Verkehrsteilnehmern freie Fahrt zu gewähren: Kühen, Elefanten, Sattelschleppern, Bussen, öffentlichen Wagen, Kamelen, Lastkraftwagen, Büffeln, Jeeps, Ochsenkarren, Privatwagen, Motorrädern, Motorrollern, motorbetriebenenen Rikschas, Schweinen, Fahrradrikschas, Ziegen, Fahrrädern (die Waren befördern), Handwagen, Fahrrädern (die Personen befördern), Hunden, Fußgängern.

Artikel III. Alle Gefährte sollen in Übereinstimmung mit folgender Maxime gefahren werden: langsamer werden bedeutet Zaudern, Bremsen bedeutet Fehlschlag und Anhalten bedeutet Niederlage. Das ist das Mantra der indischen Autofahrer.

Artikel IV. Benutzung der Hupe (auch bekannt als klangliches Schutzblech oder auditives Amulett): Kraftfahrzeuge (IV, 1, a-c): Kurze Huptöne (dringend) bedeuten Vorherrschaft, das bedeutet, Hunde, Rikschas und Fußgänger werden vom Weg gejagt. Lange Huptöne (verzweifelt) sind eine flehentliche Bitte, zum Beispiel an einen sich nähernden Laster: „Ich bin zu schnell, um noch anzuhalten, wenn Du also nicht langsamer fährst, werden wir sterben.“ In Extremfällen kann das noch von Aufblenden (panisch) begleitet werden. Ein einzelner Hupton (lässig) bedeutete „Ich habe einen der 870 Millionen Inder erkannt“, „Da ist ein Vogel auf der Straße (der bei dieser Geschwindigkeit durch die Windschutzscheibe knallen könnte)“, oder „Ich habe meine Hupe seit mehreren Minuten nicht betätigt.“
Lastkraftwagen und Busse (IV, 2, a): Alle Hupsignale haben die gleiche Bedeutung, nämlich: „Ich habe ein zulässiges Gesamtgewicht von etwa 12,5 Tonnen und habe nicht die Absicht anzuhalten, nicht einmal wenn ich könnte.“ Dieses Signal könnte noch durch die Betätigung der Aufblendlichter verstärkt werden. Artikel IV unterliegt im weiteren den Bedingungen der Rangordnung in Artikel II.

Artikel V. Bei Fehlen von Sicherheitsgurten sollen die Autofahrer Ringelblumen-Girlanden tragen. Diese sollen immer angelegt bleiben.

Artikel VI. Vorfahrtsregelung: Fahrzeuge, die von links kommen, haben Vorfahrt. Dasselbe gilt für Fahrzeuge, die von rechts kommen, und für Fahrzeuge in der Mitte. Fahrbahnordnung (VIII, 1): Der gesamte indische Straßenverkehr benutzt zu jeder Zeit und ohne Rücksicht auf die Fahrtrichtung die Mitte der Fahrbahn

Artikel VII. Kreisverkehr: Indien hat keinen Kreisverkehr. Erkennbare Verkehrsinseln in der Mitte von Kreuzungen haben keine verkehrsordnende Funktion. Jeder andere Eindruck sollte nicht weiter beachtet werden.

Artikel VIII. Das Überholen ist Pflicht. Von jedem fahrenden Kraftfahrzeug wird verlangt, jedes andere fahrende Kraftfahrzeug zu überholen, gleichgültig ob es von diesem gerade überholt wurde. Es sollte nur bei angemessenen Bedingungen überholt werden, zum Beispiel angesichts von Gegenverkehr, in unübersichtlichen Kurven, auf Kreuzungen und innerhalb geschlossener Ortschaften. Es sollten nicht mehr als fünf bis sechs Zentimeter Abstand zwischen dem überholenden und dem zu überholenden Fahrzeug erlaubt sein, und nur etwa drei Zentimeter, wenn es sich um Fahrräder oder Fußgänger handelt.

Artikel IX. Durch den Frontalzusammenstoß kann Nirvana erreicht werden.


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