Bericht von der Geschäftsstelle

Viele von Euch werden sich gewundert haben, daß der Informationsfluß, den wir uns vom Verein versprochen haben, zunächst einem Bach in der Wüste zur Dürrezeit geähnelt hat. Als Geschäftsführer des Vereins möchte ich die Situation und die Entwicklung, die es so kommen ließ, kurz schildern.  

15.-17.4.94 bei Bonn - 13 Teilnehmer diskutieren und schließlich verabschieden den Vereinssatzungsentwurf, der der Gründungsversammlung vorgelegt werden sollte.

20.5.94 - Satzungsentwurf wird beim Finanzamt München für Körperschaften zwecks vorläufiger Anerkennung der Gemeinnützigkeit eingereicht.

10.6.94 - Stellungnahme des Finanzamtes zum Satzungs-entwurf: Ablehnung wegen verschiedener Mängel (Was ist Iyengar-Yoga? u.a.)

11.6.94 - (also praktisch gleichzeitig) Gründungsversammlung in Linden bei München, circa 50 Teilnehmer werden Gründungsmitglieder

ab 13.6. - einige Wochen des Grübelns und der Formulierungsversuche

Anfang August 94 - Treffen mit Herrn Regierungsdirektor Wittmann. Nach intensivem Gespräch sind wir unterein-ander einig. Ein Haken: durch die Namensveränderung (von Iyengar-Yoga-Vereinigung in B. K. S. Iyengar-Yoga-Vereinigung) sind andere für die Bearbeitung zuständig; Herr Wittmann wird versuchen, diese für uns zu überzeugen.

24.8.94 - neuer Satzungsentwurf wird eingereicht.

22.9.94 - Stellungnahme der nunmehr zuständigen Beamtin: Ablehnung wegen verschiedener Mängel. (Was ist Iyengar-Yoga? u.a.)

2. - 3.10.94 - Vorstandssitzung in Peine. Der Vorstand beschließt, weiter mit dem Finanzamt München zu verhandeln, in der Zwischenzeit aber Einladungen zur Mitgliedschaft an Arbeitskreis Iyengar-Yoga Mitglieder sowie an Kontaktpersonen zu schicken.

4.10.94 - neuer Satzungsentwurf mit wesentlich erweiterter Beschreibung von Iyengar-Yoga neben anderen unerheblichen Änderungen wird eingereicht

19.10.94 - Stellungnahmen des Finanzamtes: Ablehnung, der Entwurf,, ... ist zu umfangreich gefaßt. Lediglich aus dem letzten Absatz in §2(2) ist ersichtlich, daß durch Iyengar-Yoga die öffentliche Gesundheitspflege gefördert wird. ... Ich bitte daher, lediglich den 3. Absatz ... aufzunehmen."

24.10.94 - neuer Satzungsentwurf wird eingereicht

27.10.94 - Einladung zur Mitgliedschaft wird an alle Arbeitskreis Iyengar-Yoga Mitglieder (ca. 550 an der Zahl) geschickt. In einem Beiblatt schreibe ich "In unserem (des Vorstandes) Bemühen, den Verein auf sichere Beine zu stellen und ihn von der staatlichen Finanzverwal-tung hier in München als gemeinnützig anerkennen zu lassen, sind uns einige steuertechnischen Hürden gestellt worden. Nun aber scheint der Weg so gut wie klar und nach einer Phase der formellen Tüftelei und des Wartens dürfen wir mit der kreativen Arbeit beginnen."

24.11.94 - Stellungnahme des Finanzamtes: Ablehnung, " ... Es bestehen nach wie vor Zweifel, ob durch die Tätigkeit des Vereins unmittelbar die öffentliche Gesundheitspflege gefordert wird. Allein das Anbieten von Yogaübungen bzw. die Förderung der Verbreitung von Yoga in der Öffentlichkeit ist dafür nicht ausreichend." (!!!)

25.11.95 - Versuch wieder einen Gesprächstermin mit der Regierungsrätin auszumachen, die über die vorläufige Anerkennung der Gemeinnützigkeit entscheidet. Es klappt erstmals nicht.

30.11.-18.12.94 - Ich reise nach Pune, übe am Institut. Mr. Iyengar und ich unterhalten uns über verschiedene Entwicklungen. Er wünscht uns mit dem Verein alles Gute.

bis 20. 01. 95 - Es sind ca. 175 Mitgliedsanträge eingegangen. 02.02.95 - endlich ein Gesprächstermin im Finanzamt. Ich und unser Steuerberater kommen mit Frau Regierungsrätin Detlev überein, die Satzung soll noch einmal überarbeitet nach den Richtlinien, die wir miteinander diskutiert haben.

08.02.95 - neuer Satzungsentwurf wird eingereicht. - - - Jetzt bin ich gespannt.

* * *

Also, wie Ihr sehen könnt, ist der Weg für mich als Vertreter des Vereins bis jetzt mit reichlich Steinen gesät. Das Ganze Hin-und-Her wollte ich eigentlich nicht publizistisch aufblähen, ist doch nur langweiliger Behördenkram. Da aber bald ein Dreivierteljahr vergangen ist, ohne daß wir damit Erfolg gehabt hätten, möchte ich mir hier doch die Mühe machen, Euch darüber zu informieren. Der Eindruck, der Vorstand schlief, täuscht. Aus verschiedenen Gründen wollen wir möglichst mit dem Segen der Finanzverwaltung ins Meer stechen. Es gab bis jetzt noch keinen Zeitpunkt, wo ich mich klar gesehen habe, eine umfassende Information für Interessenten und Mitglieder aufzubereiten. Die Grundzüge der Satzung standen fest aber wichtige Aspekte konnten noch nicht in ihrer endgültigen Formulierung präsentiert werden. Anstatt den Aufwand zu betreiben und Schritt für Schritt alle per Post auf dem Laufenden zu halten, habe ich mit Zustimmung des restlichen Vorstandes nur den kurzen Rundbrief mit der Einladung zu Mitgliedschaft vom Ende Oktober verbreitet. Persönlich habe ich mich wie auf brennenden Kohlen gefühlt und das seit Mai letzten Jahres. Für die Verzögerung und eventueller Verunsicherungen von Vereinsmitglieder und -interessenten bitte ich um Nachsicht und Entschuldigung.
Als Anlage zu diesem Rundbrief erhaltet Ihr je eine Quittung für den bezahlten Mitgliedsbeitrag (ggf. auch für 1994), Kopien des ursprünglichen Satzungsentwurfs von 8.2.95 zusammen mit Namen und Adressen von Gründungs- und Vorstandsmitgliedern. Dazu kommt noch eine Kurz-Info zum Entwicklungsstand der geplanten Ausbildung.

Michael Forbes


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